Montag, 28. Januar 2008

Übrigens...

...bin ich jetzt schon seit drei Monaten und einer Woche hier. Das heißt noch drei Mal so lang und ich bin wieder da! :-) Freut mich schon ein wenig, diese Aussicht! Nein, sie freut mich sehr! Und in drei Wochen ist sogar schon ein drittel des Jahres um...

Kuss nach Hause!

Und es hat sich nichts geändert...

...das Wetter ist immer noch so unglaublich! Es regnet wirklich in Strömen und das durchgehend-so viel Wasser über so lange Zeit gibt es nicht mal in Norddeutschland! Und ich dachte eigentlich, ich hätte sonst schon heftige Güsse in Bayern gesehen, aber auch die kommen nicht gegen die Intensität und Ausdauer der kalifornischen an. Die Straße hier herunter ist an vielen Teilen ein reißender Bach, abgerutschte Erdhänge und Gesteinsbrocken auf der Straße wundern keinen mehr. Zudem stürmt es nachts dermaßen, dass ich regelmäßig das Gefühl habe, dass Dach würde uns bald abhanden kommen.

Ich war gestern Abend, sprich Samstag, mit zwei anderen Au Pairs (Grüße an Daniel und Hélène!) in Palo Alto, direkt neben der Stanford University, das erste anständige Bierchen trinken! Dort gibt es eine kleine Brauerei ("Gordons Biersch"), die zudem auch Restaurant und Bar ist. Und was gab es? Natürlich ein German "Hay-fee-waihzen"! Es stand tatsächlich so auf der Karte, als phonographische Zusatzerklärung, damit auch jeder weiß, womit er es zu tun hat ;-) Und es war sooo schön, mal wieder ein anständiges Bier zu trinken! Allerdings merkte ich stark, dass ich seit drei Monaten höchstens mal ein halbes Glas Wein trinke-ich war stark angetrunken, als ich gerade mal bei der Hälfte des Bieres angelangt war. Was dem Abend aber natürlich keinen Abbruch tat. :-)
Leider stoppen ja alle Bars den Aussschank so, dass um zwölf alle den Laden verlassen "dürfen"-daran werde ich mich sicher nie nie nie gewöhnen. Ich habe immer noch darauf gewartet, dass es sich anfängt zu füllen, da machen die einfach dicht! Frechheit... Also sind wir über die überfluteten Straßen gehüpft, um erstmal Pizza zu futtern. Als wir dann um eins vor einem Club standen wurde uns verkündet, dass wir für die noch verbleibenden 45 Minuten vor Schließung 10 Dollar zahlen müssten-und Tschüß! Sooo toll finde ich den hiesigen Musikstil dann doch nicht, als das ich das haben muss. (Das meiste, das gespielt wird, gab´s bei uns nach dem Abitur im "Coconut/Stubu" zu hören-uralt Blackmusic also. Och nee...da haben wir uns lieber durch den dicksten Guss den Weg zum Auto gebahnt.) Der Abend war auch so sehr lustig. Ach ja, vor dem Pizzaladen wurde noch eine Zigarette "geschnorrt", die wir drei uns dann geteilt haben-das war surreal, rauchen in Amerika, nach Monaten der totalen Abstinenz, stehend unter einem Schirm mit einem Regen, der wie ein Duschstrahl herab prasselte...wir kamen uns äußerst verboten vor! ;-) Rauchen ist hier ja eine der Totsünden-so machts gleich noch mehr Spaß!

Ich hatte heute schon wieder einen Arbeitstag, beide Kinder haben Fieber und sind nörgelig-nach draußen konnte man keinen Fuß setzen...ja, der heutige Sonntag war so richtig schön! Und Strom habe ich in meinem Zimmer wieder keinen-irgendwas mit der Elektrizität stimmt nicht-aber der gesaaaaaamte Rest des Hauses hat keine Probleme. Schön, dass es mal wieder nur mich trifft!

LG!!!

Freitag, 25. Januar 2008

...Regen Regen Regen


Nachdem es die letzten drei Tage durchgehend nebelig war, so dass man nicht mal die Bäume um das Haus herum sehen konnte, zu dem immer wieder Schnee fiel-haben wir nun seit gestern Abend wirklich heftigen Dauerregen. Nice! So fühlt man sich doch gleich noch mehr mit Bremen verbunden! ;-) Dazu haben mich heute in aller Frühe laut piepende Geräte geweckt, weil mal wieder Stromausfall war. Aber nur in meinem Zimmer. Juhu!

Ich hatte gestern zum dritten Mal meinen Collegekurs-und ich muss sagen, es geht sogar noch "familiärer" zu als an der Bremer Uni. Gruppengespräche, Gruppenaufgaben, Gruppen"experimente"...und ich dachte, das wäre hier schulischer, so hochschulmäßig. Aber nix da. Selbst die Hausaufgaben werden öffentlich gemacht, in dem man sie auf dem Blog des Lehrenden postet und jeder sich den Kram dann angucken (und kommentieren!) darf. Ich wollte schon immer meine grammatikalische Schwäche mit meinen Kommilitonen teilen!

Auf dem Heimweg sah ich mich zwei Mal den Abrgund hinunter fahren. Ich hatte den "kleinen" Pickup und hinter einer Kurve war es soooo nebelig, dass ich nicht einen Zentimeter Sicht hatte, konnte aber so schnell das Ding auf nasser und enger Straße gar nicht zum Stehen bringen. Bin also ins weiße Nichts gerutscht-mit Herzrasen. Es geht doch nichts über eine entspannte Autofahrt! ;-) Wenig später kam ich die steile Kurve unserer Auffahrt nicht hoch, weil es so rutschig war (ich glaube, es war kurz vorm Frieren) und rutschte rückwärts und gleichzeitig seitwärts. Auch schön!
Das nächste Mal poche ich bei solchem Wetter auf ein anderes Auto-obwohl ich "meinen Pickup" inzwischen ganz gut händeln kann-sogar rückwärts einparken in die konsequent zu kleinen Parklücken klappt schon. Das macht mich doch ein bißchen stolz... :-)

Drückt mir die Daumen, dass die schon wieder kranken Kinder laaaange Mittagsschlaf machen-ich habe heute nämlich 10 Stunden durchgehend...

LG!!

Dienstag, 22. Januar 2008

Schnee!

Heute morgen wurde ich von dem nahezu hysterischen Gerufe meiner Hostmum wach: "Vanessa, es schneeeeeeiiiiiiit!". Und tatsächlich, riesige Flocken bahnten sich den Weg gen Boden. Und das hier! Eine wahrlich seltenes Erlebnis. Liegen geblieben ist zwar nur, für ca. 30 Minuten, eine matschige Eisschicht, aber immer hin!

Frühen Nachmittag war ich dann meine neuen Wanderschuhe ausführen, welche ich mir gestern gekauft habe! Hatte mir gestern einen netten Tag gemacht: erst ging´s in den Trekking-Store, danach habe ich mich ganz groß selbst in Kino ausgeführt! ;-) Inklusive salzigen Popcorns und ich muss sagen, man gewöhnt sich an fast alles. Der Film war süß, "27 Dresses" mit Kathrine Heigl. Ein echter Frauenfilm... :-)

Naja heute habe ich dann einen knapp 1stündigen "Marsch" gemacht, bei dem es zwar teilweise sehr geregnet hat, aber es war gut, sich mal wieder richtig zu bewegen und meine neuen Schuhe haben sich bestens bewährt!

Nun wurde ich gerade in mein Zimmer "verfrachtet", meine Gasteltern wollen etwas privacy haben und sich zu Hause daten. Können sie haben! Dann werden wenigstens sie gehen, wenn der Kleine brüllt (und das wird er!)-ich habe somit doch eher frei als um 24 Uhr...recht so!

Gute Nacht und liebe Grüße an alle!

Montag, 21. Januar 2008

San Francisco III






Ich bin gestern mit Helene (franz. Au Pair) nach San Francisco gefahren, zuerst haben wir uns in der "Legion of Honor" eine Ausstellung über Marie-Antoinette angesehen, dann sind wir zurück in die "Innenstadt" und haben uns einfach zu Fuß umgesehen. Die Warteschlange bei den Cable Cars war uns definitiv zu lang-das touristische Highlight werden wir ein anderes Mal erkunden müssen.
Dafür habe ich ein paar mehr europäische Klamottenläden entdeckt, auch schön! :-)
Erschreckend fand ich, wie krass die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu sehen waren: neben einer der größten Einkaufsstraßen mit Armani und Co. fing 100 Meter weiter eine Ladenzeile an, bei der fast alles leer stand, Bettler zu Hauf kamen uns entgegen. Zudem ganze Gangs. Dabei waren die "Betuchten" noch deutlich in Reichweite. Es war hart, das so dirket zu sehen-es kam ziemlich unerwartet und es war ein sehr bedrückendes Gefühl, plöztlich nahezu die einzigen heller Hautfarbe zu sein. Wir sind dann schließlich umgekehrt.
Ansonsten hat mich die Stadt mal wieder in ihren Bann gezogen, little NYC auf kalifornisch ;-)

Auffallend ist, wie viel freundlicher und offener die Amerikaner sind-als wir zu Beginn unseres Trips einen Starbucksangestellten nach der besten Verkehrsbindung fragten, schenkte er uns gleich seinen Stadtplan und erklärte uns 10 Minuten lang, wie wir es am besten machen könnten-mit Zusammenfassungen und Wiederholungen. Und beim Umsteigen half uns "the typical San Francisco gay man" weiter: "ihr seht so verloren aus, kann ich euch helfen?" fragte der magere, chinesische Mann, stylish von Kopf bis Fuß, mit zitterndem Hündchen auf dem Arm. Und das, obwohl wir gerade direkt vor dem Fahrplan standen, Hilfe also in Reichweite gewesen wäre. Wir sind uns sicher, in Frankreich und Deutschland hätte man vielleicht nach einer Bitte geholfen, jedoch recht zügig und knapp.

LG!!

Samstag, 19. Januar 2008

Spaziergang


Ich habe nun ein langes Wochenende, juhu! Das habe ich allerdings auch dringend nötig. Am Montag ist Martin Luther King-Day, somit haben sie mir tagsüber frei gegeben, ich muss erst abends Kinder hüten. Sehr angenehm!
Wir haben heute, nach "Dienstschluss" ;-) einen Spaziergang hier am Berg gemacht, weiter unten liegt ein Weingut, dass früher auch mal den Eltern meiner Hostmum gehört hat, dort kann man sehr schön quer durch die Natur laufen. Und neben riesigen alten Eukalyptusbäumen, drei Rehen und einem Koyoten haben wir auch einen der dort lebenden Pfauen gesehen-der hat ziemlich viel zu sagen und war definitv größer als die beiden Viecher im Bürgerpark. Ich habe beschlossen, dass ich mir demnächst ein paar Wanderschuhe kaufen muss-hier gibt es so viel schöne Natur zu sehen, da lohnt sich das sehr. Und ich mag es lieber, als ins Gym zu gehen.
Die letzten Tage waren sehr arbeitsreich, zudem war ich zum zweiten Mal im College-und muss sagen, dass sich die Unterrichtsweise eigentlich kaum davon unterscheidet, wie es zum Beispiel beim Studiengang Kulturwissenschaft in Bremen war. Sehr offen, viel interaktion-nicht nur ein stumpfer Vortrag vor der Tafel.
Mein Highlight der Woche war übrigens-bis jetzt-ein süüüüßer Kolibri im Garten heute früh! Schillernd grün, eine pinkfarbene Brust, flog er laut zwitschernd bei uns im Garten. Sooo niedlich die kleinen Kerlchen! Und diese winzigen Flügel! Zu putzig...

So, ich werde jetzt mal Familien-Dinner genießen, das ist in letzter Zeit eher rar gesäht.
Viele liebe Grüße!

Update: auf dem Weg nach unten habe ich eben auch noch zwei Waschbären gesehen, die frech in meine Scheinwerfer geblinzelt haben. Was für ein wildlife today! :-)

Dienstag, 15. Januar 2008

12 Wochen

...ich habe gestern mal nachgerechnet und festgestellt, dass ich nun seit genau 12 Wochen in den USA bin-somit ist dann ja schon knapp ein Viertel des Jahres um! :-) Und nach weiteren 12 bekomme ich "hohen Besuch", Mama und Schwesterchen werden mich besuchen kommen! Juhu!! Bin ganz außer mir vor Freude! Die letzten beiden Tage hier waren sehr anstrengend, ich hatte die Jungs immer mind. 8,5 Stunden lang-der Alltag sieht auch hier nicht immer rosig aus. Zwar ist das Wetter glatt mal schön gewesen (ohne Jacke in der Sonne gewesen, yeah!), aber Alltagsstress sieht überall gleich aus. Um so schöner ist es, dass ich dann also im April zur "Halbzeit" meines Jahres alles hier einem Teil meiner Familie zeigen kann. Ich als Kontakt und Kommunikation liebender Mensch leide doch sehr darunter, sich immer "nur" auf Fotos beschränken zu müssen, um Gesehenes weiter vermitteln zu können. So entstehen dann ca. 1000 Bilder in 12 Wochen-doch ich habe immer noch das dumpfe Gefühl, nicht alles eingefangen zu haben ;-) Ach wie schön, ich habe etwas neues, auf das ich mich so richtig freuen kann!

LG!